Pandemie unterm Baum – Weihnachten 2.0

Mein Weihnachten beginnt in jedem Jahr mit der Weihnachtsfeier von Hilfe Daheim, so war es in allen vergangenen Jahren. Nicht aber 2020… In diesem Jahr ist fast alles anders. Wir haben einen Adventskalender mit Geschenken für die Mitarbeiter und haben unseren Weihnachtsbaum liebevoll geschmückt. Gemeinsam haben wir uns einen Hilfe Daheim „Aktionsplan“ überlegt. Es ging um Tage mit Waffelbäckerei, alkoholfreiem Punsch, Weihnachtmusik bis zum Umfallen und ein Weihnachtsbuffet. Das sollte ein kleines Trostpflaster sein für die abgesagte traditionelle Weihnachtsfeier. Natürlich mit Abstand und Maske.

Die ersten Waffeltage waren himmlisch, es hat mir wirklich Spaß gebracht, ein wenig Weihnachtszauber zu verbreiten. Doch zum Buffet ist es gar nicht mehr gekommen, die hohen Infektionszahlen haben es nicht zugelassen. Traditionell feiert meine Familie zusammen Weihnachten, das bedeutet, dass wir alle zusammenkommen: meine Eltern, meine Brüder und ihre Familien und meine Familie. Dieses Jahr war von Anfang an klar, das wird so nicht gehen. Der Plan war, dass meine Eltern bei meiner Familie Weihnachten feiern und wir vorher in Quarantäne gehen.

Adventszeit bei Hilfe Daheim: Zwischen Lebkuchenhaus und Testung. Foto: A. Gatz

Adventszeit bei Hilfe Daheim: Zwischen Lebkuchenhaus und Testung. Foto: A. Gatz

Testen statt Tradition

Nun müssen wir ab dem 21.12.2020 unsere Mitarbeiter zweimal wöchentlich auf Covid-19 testen. Das bedeutet viel Vorbereitung und viel Zeit, der geplante Urlaub muss verschoben werden und es wird das erste Weihnachtsfest ohne meine Eltern. Denn ohne die Möglichkeit der Quarantäne kann und will ich meinen Eltern das Risiko einer möglichen Infektion nicht zumuten. Ich bin sehr traurig darüber. Nicht über das fehlende Weihnachtsessen oder die nicht gemachten Geschenke unterm Weihnachtsbaum, sondern um das fehlende Beisammensein mit den Menschen, die mir so unendlich viel bedeuten.

Mir ist bewusst, dass es dieses Jahr vielen Familien so geht. Es wird viele Eltern geben, die allein das Weihnachtsfest feiern, ohne Kinder, Enkel und Urenkel. Mir und wahrscheinlich den meisten anderen ist bewusst, dass dies der einzige Weg ist, das Risiko einer Covid-Infektion zu minimieren, doch der Preis ist wirklich hoch. Meine Gedanken sind bei den Menschen, die sich infiziert haben, die in den Krankenhäusern um ihr Leben kämpfen. Ich denke an all die Pflegekräfte, die Weihnachten, vermummt in Schutzbekleidung, an Covid erkrankte Patienten versorgen – was für eine psychische und physische Belastung. Von der Belastung der Erkrankung zu hören ist anders als vor Ort zu sein, wenn Patienten leiden, um ihr Leben kämpfen und manchmal eben auch sterben.

Zum Schutz der Kunden - zweimal wöchentliche Testung der Mitarbeiter von Hilfe Daheim. Foto: A. Gatz

Zum Schutz der Kunden – zweimal wöchentliche Testung der Mitarbeiter von Hilfe Daheim. Foto: A. Gatz

Weihnachten ohne die Lieben

Und ich denke an unsere Hilfe Daheim Kollegen, die das ganze Jahr über unter enormen psychischen Druck gearbeitet haben. Immer mit Maske und die bis jetzt wirklich erfolgreich Covid-19 Infektionen von unseren Kunden ferngehalten haben. Die sich gelassen zweimal in der Woche ein Teststäbchen in die Nase stecken lassen, um auszuschließen, dass sie infiziert sind. Danke für Engagement, Flexibilität, Disziplin und das dauerhafte Tragen einer Maske, das war eine Herausforderung für uns alle.

Zuletzt vielen Dank für all die lieben Worte, die Unterstützung, den Zusammenhalt ob in der Besorgung von Toilettenpapier, durch gute Gespräche oder leckere Naturalien. An alle Kunden und Angehörigen, Geschäftspartner und Freunde: Ohne Euch wäre das Jahr unerträglich gewesen! Zwischen Teststäbchen, Organisation der Festtage und Weihnachtsbaum wünsche Ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest, eines, dass wir sicher alle nicht mehr vergessen werden.

Bleiben Sie und bleibt Ihr unbedingt gesund!


Nicole Gatz

Pflegedienstleitung bei Hilfe Daheim



Kommentare

Axel Kruse says

Liebe Nicole!
Schön, Dich und Deine Arbeit hier zu sehen! Ich grüße Dich herzlich aus Bremen, wo ich mit Jugendlichen arbeite. Wünsche weiterhin viel Kraft und langen Atem "in diesen Zeiten".
Vielleicht magst Du zurückschreiben.
Liebe Grüße, Axel

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