Roadtrip – mit dem Camper unterwegs Teil 2

Norwegen ist für viele Rekorde bekannt. Es gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen, mit dem höchsten Bildungsgrad, mit der höchsten Lebenserwartung. Zwei weitere Rekorde bedingen sich gegenseitig: Zum einen ist Norwegen das einzige Land der Welt, in dem mehr Elektrofahrzeuge als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden, zum anderen müssen norwegische Autofahrer mit Benzinern und Dieselfahrzeugen mit den höchsten Spritpreisen der Welt leben. Genau genommen liegt Norwegen mit umgerechnet ca. 2,70-2,80 Euro pro Liter Benzin auf Platz drei. Nur an Tankstellen in Hongkong und Island werden höhere Literpreise aufgerufen. Für Norwegenurlauber stellt sich deshalb die Frage, ob es sich lohnt das Land der Superlativen mit dem Camper zu bereisen. Ich wollte es unbedingt und deshalb hieß es für uns: „on the road again“ auf unserer Reise zum Polarkreis.

Fernweh: mit dem Camper nach Norwegen. Foto: N. Gatz

Am Polarkreis

Hier also wie versprochen für die die schon länger dabei sind, die Fortsetzung meines Campingabenteuers. Diesmal zog es uns nicht zum süd-westlichsten Punkt Europas, sondern bis an den nördlichen Wendekreis. Waren wir vorbereitet? Nicht die Bohne… Hatten wir entsprechende Ausrüstung? Nein, so gar nicht… Haben wir es überlebt? Und wie wir das haben!

Es ging wie immer alles etwas holprig los. Wir wollten ja in den Norden, ich nach Norwegen, mein Mann nach Schweden. Unabgesprochen und nicht wohl überlegt konnten wir uns in den 300 Kilometer von Hamburg für eine Route nach Norwegen, Schweden und Dänemark entscheiden. Norwegen hat uns dann alles geboten, um uns den Urlaub madig zu machen. Von Schnee bis 1 Grad, Blasenentzündung und Krankenhaus (das war für mich ein solch spezielles Erlebnis, das ich gerne im nächsten Blog teilen möchte) bis zu äußerst beschwerlichen Wegen. Hat es uns abgeschreckt? Nicht die Bohne.

Beeindruckende Aussicht: Schnee im Sommer. Foto: N. Gatz

Schnee im Juni

Ich war so unglaublich beeindruckt von diesem Land, von den Gegensätzen und der atemberaubenden Landschaft. Ich bin verliebt in dieses Land und es fiel mir schwer, am Ende des Urlaubs wieder auszureisen. Wilde Flussläufe, beeindruckende Wasserfälle, Schnee im Juni, üppige Wiesen mit Blumenmeeren, atemberaubende Fjorde und last but not least: Elche. Ohne Camper wäre diese großartige Reise so nicht möglich gewesen und viel zu schnell und abrupt mussten wir uns auf den Rückweg machen. Auf der E12 haben wir die Grenze nach Schweden überquert, mit ein wenig Trennungsschmerz. Erster schwedischer Hinweis: wenn sie etwas zu verzollen haben kommt nach 70 km eine Zollstation. Ziemlich unbürokratisch, wir hatten nichts zu verzollen und fuhren vorbei.

Schlafplatz mit Sicht auf den Fluss. Foto: M. Gatz

Hauptgang

Wenn ich unsere Reise als ein gutes Essen sehe, dann war Dänemark ein guter Starter, sehr schön aber nur schön reicht mir nicht. Schweden war das Dessert, ganz prima und köstlich, viele Menschen können nicht ohne Dessert, ich gehöre nicht dazu. Ich gehe Essen wegen des Hauptgerichts, überlege schon vorher was ich mir gönnen will. Dann das Warten, der Duft und der erste Bissen, ein Abenteuer bis zum letzten Bissen. Dann macht sich bei einem guten Essen Zufriedenheit breit, Wohlgefühl und Glücksgefühl. So, ganz genauso war Norwegen für mich, mein perfektes Hauptgericht.

Nicole Gatz
Pflegedienstleitung bei Hilfe Daheim

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